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Neurologie & Psychiatrie
Toxoplasmose: Diagnose
Toxoplasmose
Definition
Toxoplasmose ist eine durch Infektion mit Toxoplasma gondii verursachte Zoonose.
Ätiologie
- Toxoplasma gondii, zu den Kokzidien gehöriges Protozoon
- obligat intrazellulärer Parasit
- spezifischer Endwirt ist die Katze, unspezifische Zwischenwirte sind andere Säugetiere (z. B. Schwein, Rind) oder der Mensch sowie diverse Vögel
Inkubation/Übertragung
- Ingestion infektiöser Oozyten (Katzenkontakt, kontaminierter Schmutz)
- Gewebszysten aus infiziertem Fleisch (z. B. rohes Schweinefleisch)
- diaplazentare Infektion des Neugeborenen, keine sonstige direkte Übertragung von Mensch zu Mensch bekannt (Ausnahme: wenige Berichte über Toxoplasmose-Übertragung durch Bluttransfusion)
Inkubationszeit: 10–20 Tage
Epidemiologie
- Weltweit verbreitete Zoonose
- Infektion beim Menschen zeigt stark variierende Inzidenz und Prävalenz (ca. 500 Millionen Menschen latent infiziert)
- Dichte der Katzenpopulation und Toxoplasmose-Inzidenz sind assoziiert
Klinik
Ca. 70 % der Infektionen verlaufen subklinisch und hinterlassen eine lebenslange Immunität.
Bei klinisch apparenten Toxoplasmosen:
- erworbene Toxoplasmose bei Immunkompetenten (häufigste Form)
- schmerzlose Lymphadenopathie
- gelegentlich Fieber (bis 39° C)
- Müdigkeit und Krankheitsgefühl über mehrere Wochen
- Spontanheilung
- Toxoplasmose bei Immuninkompetenten (HIV/AIDS, Immunsuppression)
- Enzephalitis als Folge einer Primärinfektion oder Reaktivierung der latenten Infektion
- konnatale Toxoplasmose (die Parasitämie der primärinfizierten Schwangeren führt in 40–50 % zur transplazentaren Infektion, ab 6. Schwangerschaftswoche Plazenta für Parasiten durchgängig)
- 10 % der Neugeborenen zeigen klinische Symptome sofort nach der Geburt (z.B. Hydrozephalus, Mikrozephalie, Chorioretinitis, Konvulsionen u. a.)
- in der Mehrzahl Spätfolgen (Chorioretinitis, mentale Retardierung, Taubheit u. a.)
- okuläre Toxoplasmose
- Krankheitsbild mit Beginn der 2. oder 3. Lebensdekade als Spätfolge einer konnatalen Toxoplasmose mit Chorioretinitis
Diagnose
- Histologie befallener Lymphknoten
- Erregernachweis im Gewebe mittels PCR (z. B. Serum, Liquor, Fruchtwasser, Glaskörper)
- Zellkultur
- serologische Stufendiagnostik (IFT, KBR, ELISA)
- Nachweis spezifischer IgM oder IgA bei frischer Infektion
- Nachweis hoher Titer im Sabin-Feldmann-Test
Cave: Toxoplasmose-Chorioretinitis oft serologisch stumm!
Differentialdiagnose
- CMV-Infektion bei Lymphomen
- M. Hodgkin bei erworbener Toxoplasmose
- Röteln, CMV- und Herpesviren-Erkrankungen bei konnataler Toxoplasmose








